Was bedeutet eigentlich das OM Zeichen?

OM

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as OM Symbol, welches seinen Ursprung in heiligen Texten verschiedener Religionen hat, wird hauptsächlich mit dem Hinduismus in Verbindung gebracht. Aber es steckt viel mehr dahinter. In diesem Blog Artikel werden wir versuchen, die Bedeutung und den Symbolismus hinter dem OM Symbol zu untersuchen.

Im Westen wird OM am häufigsten mit Yoga, Meditation und anderen spirituellen Praktiken in Verbindung gebracht. Aber woher es kommt es und was bedeutet es? Wusstest du, dass das OM nicht nur ein Symbol, sondern auch ein Klang ist? Es wird am Ende von Yogastunden (und manchmal auch am Anfang) gesungen. Später dazu mehr.

 

Die Ursprünge des OM

Tatsache ist, dass das OM Symbol in verschiedenen spirituellen Praktiken und Religionen verwendet wird.
Dieses Symbol kann an vielen Orten der Welt gefunden werden, besonders in asiatischen Ländern, wo Hinduismus, Buddhismus und Jainismus praktiziert werden. Es ist in verschiedenen Jain-, Hindu- und buddhistischen Tempeln, Klöstern, Retreats sowie in spirituellen Texten zu finden.
Viele Menschen verbinden das OM Symbol mit dem Buddhismus, besonders in Bezug auf Meditation, aber es hat jedoch seinen Ursprung im Hinduismus.
Die erste Erwähnung von OM erfolgte im Mandukya Upanishad, einem hinduistischen Text, der um das Jahr 800 v. Chr. geschrieben wurde.
Die Upanishaden sind heilige und mystische Texte der hinduistischen Religion und werden mit der Vedanta-Philosophie verbunden. Innerhalb der Upanishaden wird das OM Symbol oft für abstrakte spirituelle Konzepte verwendet. Es wird auch mit vielen anderen Konzepten in Verbindung gebracht, wie z.B. der mystischen Silbe, dem kosmischen Klang und der Affirmation für etwas Göttliches.

Innerhalb der Upanishaden gibt es auch andere Bedeutungen und Konzepte. So legen beispielsweise die ältesten Teile der Upanishaden, die Vedenta, nahe, dass sich das OM Symbol auf 3 verschiedene phonetische Komponenten bezieht, nämlich A, U und M, also „AUM“ (welches tatsächlich die korrekte Aussprache von OM ist) und mit den 3 Hauptstufen der kosmischen Schöpfung verbunden ist.
Es gibt auch viele andere Teile der Upanishaden, die das OM mit verschiedenen Bedeutungen assoziieren, wenn es beispielsweise gelesen oder gesagt wird und sich so auf die schöpferischen Kräfte des Universums bezieht.
Einige Teile der Upanishaden deuten darauf hin, dass das OM das „Universum jenseits der Sonne“ ist, oder etwas, das „geheimnisvoll und unerschöpflich“ ist, „die Essenz von Atem, Leben und allem, was existiert“, „das, womit man befreit wird“, „die unendliche Sprache“ oder das „unendliche Wissen“.
Nebenbei kann die Bedeutung von OM variieren, besonders in Bezug auf den Buddhismus und den Hinduismus.

Im Hinduismus ist OM der erste Klang der Schöpfung und damit des gesamten Universums. Obwohl es als hörbarer Klang gilt, wird es auch interessanterweise als der Klang der Stille gesehen, der alles andere ausblendet und Gedanken in die Innenwelt und in den Frieden bringt.

 

Das OM und seine Bedeutung im Hinduismus

Nun werden wir einen Blick auf einige der häufigsten und bekanntesten Bedeutungen des OM Symbols in dieser Religion werfen.
Nach hinduistischem Glauben „ist die Essenz aller Wesen auf der Erde, die Essenz der Erde das Wasser. Die Essenz des Wassers sind Pflanzen, die Essenz der Pflanzen sind Menschen, die Essenz der Menschen ist die Sprache, die Essenz der Sprache ist die Rig Veda, die Essenz der Rig Veda ist die Sama Veda, und die Essenz der Sama Veda ist OM„.

Die älteren Upanishaden behaupten auch, dass das OM Symbol den Kampf zwischen Göttern und Dämonen darstellt. Im übertragenen Sinne soll auf den Konflikt im Menschen von Gut und Böse hingewiesen werden. Das OM kann Menschen zu guten Gedanken und uneigennützige Handlungen inspirieren.
Zudem wird OM innerhalb der Mandukya Upanishad als „die Silbe der ganzen Welt“ bezeichnet.
Im ersten Vers dieses Upanishad heißt es, dass die Zeit aus drei Teilen besteht, der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft, oder mit anderen Worten A – U – M.

 

OM in Bezug auf die 4 Bewusstseinszustände

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Wenn es um Meditation und spirituelle Erleuchtung geht, wird das OM Symbol oft als heilige Darstellung der 4 verschiedenen Bewusstseinszustände verwendet.

Diese Bewusstseinszustände durchlaufen alle Menschen. Tatsächlich könnte man auch sagen, dass diese 4 Bewusstseinszustände zur gleichen Zeit existieren und in Harmonie miteinander arbeiten.
Es wird angenommen, dass diese Zustände nacheinander erreicht werden müssen, um zur Endphase, das transzendentalen Selbst, zu gelangen, welches das ultimative Ziel der hinduistischen Meditation ist.

  1. Der lange Bogen auf der Unterseite des OM Symbols ist Vaishvanara und stellt den ersten Bewusstseinszustand dar. Dies ist der Wachzustand des Bewusstseins, der sich auf die äußere materielle Welt konzentriert. Das „A“ im AUM.
  2. Die „bäuchige“ Kurve rechts, ist Taijasa, der zweite Bewusstseinszustand. Dies ist der träumende Zustand, derjenige, der sich nach innen auf den Geist konzentriert. Das „U“ im AUM.
  3. Der obere linke Bogen des OM Symbols ist Prajna, der dritte Bewusstseinszustand. Das ist der Zustand der Traumlosigkeit, der durch tiefe Meditation erreicht wird. Das „M“ im AUM. Es gibt einen Zustand zwischen dem dritten und vierten Zustand: den Schleier der materiellen Illusion, auch Maya genannt. Dies ist ein Zustand, der durchlaufen werden muss, bevor die vierte Stufe erreicht werden kann. Diese Mittelstufe wird durch den liegenden Halbmond im OM Symbol dargestellt.
  4. Der vierte Bewusstseinszustand ist bekannt als Turiya. Das ist der Zustand des transzendentalen Selbst. Es ist das ultimative und endgültige Ziel der hinduistischen Meditation. Dies wird durch den kleinen Punkt in der rechten oberen Ecke des OM Symbols dargestellt.

 

OM und seine Bedeutung im Buddhismus

Der Buddhismus ist eine weitere Religion, in der das OM Symbol eine wichtige Rolle spielt. Die frühen Formen des Buddhismus verwendeten es anscheinend nicht häufig. Das änderte sich jedoch im Laufe der Zeit. Dies gilt insbesondere für den tibetischen Buddhismus, der stark vom Hinduismus beeinflusst wurde.
Das OM Symbol wird häufig am Anfang und/oder Ende von buddhistischen Mantren und Texten platziert. Eines der bekanntesten Mantras ist „Om mani padme hum“. Es ist das Mantra des Mitgefühls. Viele Menschen interpretieren es auch als die „Gesamtheit von Klang, Existenz und Bewusstsein“.

Im 14. Jahrhundert beschrieb der Dalai Lama das OM als aus 3 separaten Buchstaben bestehend, nämlich dem A, U und dem M.
Es gibt verschiedene Symbole, die mit diesen 3 Buchstaben verbunden sind, einschließlich des „reinen erhabenen Körpers, der Sprache und des Geistes des erleuchteten Buddha“.
Das OM symbolisiert auch „Ganzheit, Vollkommenheit und das Unendliche“. Auf vielen Statuen und ostasiatischen Denkmälern wird das buddhistische OM von einem Paar kriegerischer Wächterkönige dargestellt, von denen einer den A-Teil und der andere den UM-Teil ausspricht. Zusammengenommen gelten diese Könige als „das Absolute“.

 

OM und seine Verwendung in Yoga-Praktiken

Yoga hat, wie bereits erwähnt, seinen Ursprung im Hinduismus. Es ist eine Kombination aus körperlichen, mentalen und spirituellen Praktiken, mit dem Ziel, sowohl die körperliche als auch die geistige Gesundheit zu verbessern und den Praktizierenden spirituell zu verbinden.

Es gibt drei Hauptziele im Yoga.

  • Das erste Ziel ist, mit den meditativen Mitteln die eigene, noch wenig entwickelte Wahrnehmung und Erkenntnis zu entdecken und zu überwinden, um das Leiden zu lindern. Es ist die Entdeckung des inneren Friedens und der Erlösung.
  • Das zweite Ziel des Yoga ist es, das Bewusstsein zu erweitern und zu erkennen, dass wir mit allem und jedem auf der Welt verbunden sind und koexistieren.
  • Das dritte Ziel des Yoga ist es, Allwissenheit und erleuchtetes Bewusstsein zu erlangen sowie das Wissen um Vergänglichkeit als auch um Wiedergeburt.

In Bezug auf Yoga, ist das OM Symbol und, was noch wichtiger ist, der OM Klang sehr wichtig.
Viele Yogalehrer*innen beginnen und beenden die Yogastunde mit dem Singen des AUM. Aber warum?

Die Yogastunde gestaltet sich friedlicher und entspannter. Die Vorteile, die durch das Praktizieren von Yoga erlangt wurden – körperlich, geistig und spirituell – werden zudem vertieft.

Es wird auch angenommen, dass das OM Singen dazu beiträgt, die Schwingung von „AUM“ mit der Schwingung des Universums in Einklang zu bringen. Ziel ist es, eine friedliche und entspannte Atmosphäre zu schaffen, die wiederum die Yogastunde harmonischer gestaltet. Weiterhin unterstützt der OM Gesang Yogalehrer*innen und Praktizierende zu verbinden sowie die Praktizierenden untereinander.

OM Shanti.

Om ist der Klang des Ursprungs des Universums und impliziert die Idee der Vollkommenheit. OM singen lehrt vollkommen auszuatmen und die Stimme und die Worte wirksam einzusetzen; harmonisiert das Herzchakra (Anahata Chakra); führt zu tiefem Frieden im Geist und Herzen. In einer Gruppe rezitiert, wird seine Wirkung erheblich verstärkt. thisisyoga.org/de